Mikrokredite wurden durch Muhammad Yunus als Weg aus der Armut gefeiert, dann als neoliberal gebrandmarkt und verdammt. Jetzt ist es Zeit, das Thema ohne ideologische Brille zu betrachten.
Während Kathrin Hartmann in der Frankfurter Rundschau vom 10.01.2012 in ihrem Artikel "Armutsbekämpfung - Die Mikrokredit-Lüge" Mikrokredite äußerst kritisch betrachtet, ist Jonas Nonnenmann in diesem Artikel deutlich positiver bzw. pragmatischer eingestellt. Erstaunlich, dass in der gleichen Zeitung innerhalb von drei Tagen zwei äußerst unterschiedliche Sichtweisen vertreten sind. Zumindest zeigt dies die Heterogenität in der Journalistenschaft der FR. Beachtenswert ist auch hier die Diskussion zu diesem Artikel im Forum.
Mikrokredite dienen nicht den Armen, sondern dem globalen Finanzkapital. Sie sind kein Akt der Menschlichkeit, sondern das Konzentrat neoliberaler Entwicklungspolitik: Die hohe Staatsverschuldung der armen Länder wird auf das Individuum ausgeweitet.
Ein kontroverser Artikel zum Nutzen bzw. Nicht-Nutzen von Mikrokrediten in der Dritten Welt. Beachtenswert ist auch die Diskussion zu diesem Artikel im Forum.
In Assam leben Teepflückerfamilien von Hungerlöhnen. Die Stiftung Childaid und das Frankfurter Unternehmen Ronnefeldt wollen das ändern, indem sie Teepflückerfamilien zu Teebauern machen. In diesem Artikel wird ausführlich ein Hilfsprojekt zum Teeanbau in Assam beschrieben.
Ein interessanter Artikel, welcher nicht nur die positiven Aspekte der Mikrofinanzierung für die wirtschaftliche Entwicklung in der Dritten Welt aufzeigt, sondern auch kritische Fragen stellt. Insbesondere, welche Rolle die Vermittlungsorganisation kiva.org spielt. Diese Organisation ist sicherlich positiv zu bewerten, allerdings scheint auch hier nur der Schein aufrecht gehalten zu werden, dass ein direkter Bezug zwischen dem Kreditnehmer (in der Dritten Welt) und dem Kreditgeber/Spender besteht.
Außerdem wird, was im Übrigen auch für Deutschland/Europa gilt, dargestellt, dass nicht nur die Kapitalgeber (Banken, Mikrokreditfonds etc.) für den Aufbau einer Existenz/Selbstständigkeit fehlen sondern das Thema deutlich komplexer ist. Zum Einen werden die Mikrokredite oft zweckentfremdet. Zum Anderen macht ein Mikrokredit nur dann Sinn, wenn der Empfänger überhaupt Unternehmer sein will bzw. sein kann.
Zitat: „Relativ einig scheinen sich die Forscher immerhin darüber zu sein, dass nur wenige Menschen überhaupt Unternehmer sein wollen und können. Das ist in Deutschland nicht anders als in El Salvador. “
Wer kümmert sich eigentlich um die Entwicklung von unternehmerischen Fähigkeiten? Was unterscheidet einen Unternehmer von einem Gehaltsempfänger? Wo liegt eigentlich die Grenze zwischen Unternehmer und Nicht-Unternehmer? Ist der Bauer der durch seine Landwirtschaft seine Familie ernährt Unternehmer oder wird er erst zum Unternehmer, wenn er seine Ernte weiterverkauft?...
Eine Selbstmordserie in Indien hat Mikrokredite in Verruf gebracht - zu Unrecht, stellen Ökonomen in Studien fest. Klein-Darlehen für Unternehmer in Entwicklungsländern sind ein gutes Instrument im Kampf gegen die Armut.
Eigentlich sollten Mikrokredite den Armen helfen, eine »einkommensschaffende Tätigkeit« aufzubauen und so der Armut zu entkommen. Dafür erhielt Muhammad Yunus, der Gründer der Grameen Bank in Bangladesch, 2006 den Friedensnobelpreis. Er proklamiert ein »Grundrecht auf Kredit« und will mit Hilfe der Mikrokredite die »Armut ins Museum verbannen«. Die Realität sieht freilich anders aus.
Kleine Summen für die Armen: Der Erfinder der Mikrokredite Muhammad Yunus will menschlichere Banken. In New York und Frankreich gibt es sie schon. Die taz berichtet über Mikrofinanz, welche nun auch die USA und Europa erreicht hat, und stellt Projekte vor.
Mit dem geliehenen Geld sollen eigentlich Geschäfte aufgebaut werden. Doch ein Drittel nutzt es privat. Dieser Artikel beschäftigt sich mit einer Studie von zwei Wissenschaftlern, die nach einer Befragung in Entwicklungsländern, herausgefunden haben, dass die vergebenen Mikrokredite des Öfteren nicht für geschäftliche Investitionen genutzt werden, sondern privat in Haushaltsgeräte fließen.
Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ist ins Gerede gekommen und mit ihm das Konzept der Kleinkredite für die Ärmsten - zu Recht? Ein Gespräch mit dem Frankfurter Finanzprofessor Reinhard H. Schmidt.
Unter Beschuss: Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger und Erfinder des Mikrokredits, war in Bangladesch ein Idol. Jetzt wird er aus der Führung seiner Bank gedrängt, weil er den Politikern seines Landes zu unbequem wurde.
Dieser umfassende Artikel berichtet von dem Rauswurf von Mohammad Yunus und den Hintergründen. Zudem werden Probleme bei der Mikrofinanzierung aufgezeigt.
Arme werfen Geld in einen Topf, leihen es sich gegenseitig und verdienen an den Zinsen. Das klingt abenteuerlich, funktioniert aber. Zum Beispiel in Spanien.
Ein interessanter Bericht, wie Mikrofinanzierung - und zwar ohne Einschaltung von Institutionen und als reine Nachbarschaftshilfe - in Europa funktionieren kann. Sicherlich nicht so ohne weiteres auf Deutschland übertragbar, aber dennoch einige sehr spannende Ansätze.









