An dieser Stelle geben wir Ihnen Hinweise zu interessanten Studien und Veröffentlichungen zur Entwicklung der internationalen Mikrofinanzierung. Wir informieren Sie per Newsletter, wenn hier neue Studien veröffenlicht werden.
Abonnieren Sie hier unseren Newsletter
In diesem Briefingpaper wird ein Überblick über die kritische wissenschaftliche Diskussion zum Thema Mikrokredite gegeben. Dabei werden zuerst die Hauptlinien der Kritik vorgestellt, die zumeist aus theoretischen Überlegungen entspringen; im Anschluss daran werden einige interessante empirische Impact Studien vorgestellt. Der Frage nach den Frauen-Empowerment Effekten von Mikrokrediten wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Das Briefingpaper schließt mit der Feststellung, dass im Lichte der neueren wissenschaftlichen Literatur Mikrokredite die an sie gestellten Erwartungen bislang nicht erfüllt haben.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Niema Movassat, Annette Groth, Inge Häger, Harald Koch und der Fraktion DIE LINKE
Einführung aus der Analyse: „Stets sind es die Unterschiede, die ins Auge stechen. Wo fast alle Not leiden, ist Armut nichts Außergewöhnliches. Erst wenn sie abnimmt, fällt sie auf. Einzelne Arme unter vielen Wohlhabenden erregen Aufmerksamkeit, Mitleid, Verwunderung oder Abscheu. Sie stechen so ins Auge wie der wohlhabende Tourist, der allein oder in kleinen Gruppen durch ärmere Gegenden zieht auf der Suche nach authentischerem Leben. Das Fernsehen liefert uns zuverlässig jeden Tag Bilder weit entfernten Mangels, und wir können nicht anders als mitleiden und fragen: Wie kommt die Armut in die Welt? Wer trägt Schuld daran? Sind wir die Schuldigen? Viel Anteilnahme, große Geldströme, eifrige Reisetätigkeit entfacht so das unbändige Ziel der Armutsbekämpfung.
In unserer materialistischen Zeit verstehen wir Armut als Mangel an Geld. Ein solcher Mangel läßt sich freilich nur durch Geld beheben. Und wenn wir in unseren Breiten Geld benötigen, suchen wir eine jener wundersamen Maschinen an der nächsten Straßenecke auf. Verweigerte uns dieser Automat die frische Gelddosis, das wäre für uns wohl der Inbegriff von Armut. Der Grund für eine solche Armut scheint auf der Hand zu liegen: Dem Armen enthalte die Bank das Geld vor. Mangelnde Kreditwürdigkeit sei bloß ein Vorwand zur Diskriminierung unliebsamer Kunden.
Der vermeintliche Grund ist natürlich, wie so oft, nur ein Symptom. Aber diese Perspektive ist sehr naheliegend. So erklärt sich auch die Popularität manch vermeintlich neuen Rezepts der Armutsbekämpfung. Was fehlt den „Armen“? Sie haben keine Laptops, sie haben keinen Internetanschluß, sie haben kein Mobiltelefon, sie haben keine Geldautomaten und keine Kreditkarten. Erschütternd. Kein Wunder, daß die Armen in der „Dritten Welt“ arm sind!
Eines dieser Rezepte soll nun nähere Betrachtung finden. Um die Perspektive zu wechseln, möchte ich den Leser zu einer kleinen Weltreise einladen. Es wird eine Reise auf den Spuren der Mikrokredit-Bewegung sein. Deren hehres Ziel ist es, den vermeintlich größten Mangel zu beheben: den Mangel an Krediten. Liegt hier der Schlüssel zur Bekämpfung jeder weiteren Not? Mit Geld läßt sich scheinbar jeder materielle Mangel beheben und Geld kommt schließlich aus dem Automaten…“
Ziel dieser Ausführungen ist es, das Konzept der Mikrofinanzierung darzustellen. Zunächst soll die Funktionsweise dieses Modells geklärt werden. Anhand dessen soll geschildert werden, wie Mikrokredite zur Wohlstandsbildung beitragen können. Anschließend soll gezeigt werden, welche Voraussetzungen hierzu geschaffen werden müssen. Mikrokredite werden mit anderen Finanzierungsformen, wie kommerziellen Krediten, Zuwendungen von Drittstaaten oder Nichtregierungsorganisationen sowie Darlehen von lokalen Geldverleihern, verglichen.
Im Anschluß wird anhand zweier Beispiele, der Grameen Bank aus Bangladesh als bis heute fortbestehendes Institut und dem eingestellten BIMAS-Programm in Indonesien, praktisch dargelegt, welche Erfolge und Mißerfolge in der Armutsbekämpfung durch Mikrofinanzierungsprogramme zu beobachten waren. Abschließend soll zusammenfassend erörtert werden, welche Antworten Mikrofinanzierungen auf aktuelle Fragen der Entwicklungspolitik geben können, mit welchen Rahmenbedingungen sich der Einsatz von Mikrofinanzierungen erfolgreich und effizient gestalten läßt und welchen Beitrag Mikrofinanzierungen in einer entwicklungspolitischen Gesamtstrategie erfüllen können.
Ziel dieser Studie ist es, die Erfahrungen indigener Frauen-Selbsthilfegruppen (Self-Help-Groups SHGs) mit Mikrokrediten anhand von Indikatoren wie community-building, Emanzipation und Einkommen auszuwerten. Wichtige Probleme sollen dokumentiert werden, um sie für die kontextbezogene Entwicklungszusammenarbeit (EZ) nutzbar zu machen. Weiterhin wird versucht Mikrokredite entwicklungstheoretisch und thesenförmig einzuordnen.









